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Verordnung über Verdunstungskühlanlagen, Kühltürme und Nassabscheider (42. BImSchV)

Die Bundesregierung hat am 22. März 2017 die Verordnung über Verdunstungskühlanlagen, Kühltürme und Nassabscheider (42. BImSchV) beschlossen und dem Bundesrat zugeleitet. Voraussichtlich aber Sommer 2017 sind die Anforderungen aus der VDI 2047-2 Kühlturm Richtlinie damit eine gesetzliche Pflicht!

Wir beraten und unterstützen Sie bei der Umsetzung in ihrer Verdunstungskühlanlage und bieten Mitarbeiterschulungen zur VDI 2047 an.

Verdunstungskühlanlagen – Betreiberpflichten

Betriebstagebuch

Der Betreiber einer Verdunstungskühlanlage hat zur Überprüfung des ordnungsgemässen Anlagenbetriebs ein Betriebstagebuch zu führen. Dieses muss er den zuständigen Behörde sowie im Rahmen der Überprüfung Sachverständigenüberwachung jederzeit auf Verlangen vorlegen.

Im Betriebstagebuch werden die mikrobiologischen Befunde und betriebstechnischen Daten des Kühlsystems notiert. Dazu gehören der Referenzwert der allgemeinen Koloniezahl, Überschreitungen der Prüf- und Massnahme-Werte, getroffene Massnahmen zur Wiederherstellung der Kühlwasserhygiene sowie Zustandsänderungen im Kühlsystem und Zugabe von Bioziden.

Anzeigepflicht

Mit der 42. BImSch wurde eine Anzeigepflicht für neue und bestehende Anlagen eingerichtet. Mit dieser können die lokalen Behörden im Fall eines Legionellen-Ausbruchs schneller und effektiver handeln und mögliche Austragungsorte ausfindig machen.

Der Betreiber einer bestehenden Verdunstungskühlanlage hat diese zwölf Monate nach dem Inkrafttreten der 42. BImSch Verordnung der zuständigen Behörde anzuzeigen. Neuanlagen müssen nach deren Befüllung  gemeldet werden. Auch sind Änderungen am Kühlsystem, eine Stilllegung des Kühlsystems sowie ein Betreiberwechsel meldepflichtig.

Verbunden mit der Anzeigenpflicht wird ein Kataster erstellt, welches alle Verdunstungskühlanlagen mit einem Standort und einer für die Anlage verantwortliche Person verlinkt.

 

Kühlturmspezifischer Referenzwert

Der  Referenzwert gibt die anlagentypische mikrobielle Verkeimung im Nutzwasser wieder bei ordnungsgemässem Betrieb an. Mithilfe dieses mikrobiologischen Normalzustands können Abweichungen erkannt werden, die Indikatoren für hygienische Veränderungen sind.

Ermittlung des Referenzwertes

Nach der Inbetriebnahme oder der Wieder-Inbetriebnahme einer Verdunstungskühlanlage ist der Referenzwert des Nutzwassers (Kühlwasser) aus mindestens sechs aufeinanderfolgenden Laboruntersuchungen auf den Parameter allgemeine Koloniezahl zu bestimmen.

Massnahmen bei einem Anstieg der Konzentration der allgemeinen Koloniezahl

Wird ein Anstieg der Konzentration der allgemeinen Koloniezahl um den Faktor 100 oder mehr gegenüber dem Referenzwert festgestellt, muss der Betreiber unverzüglich Untersuchungen zur Aufklärung der Ursachen durchführen. Außerdem müssen Sofortmaßnahmen zur Verminderung der mikrobiellen Belastung durchgeführt und alle sonstigen Maßnahmen, die für einen ordnungsgemässen Betrieb sorgen.

Informationspflicht bei Überschreitung

Wird bei einer Laboruntersuchung eine Überschreitung der Massnahmenwerte festgestellt, hat der Betreiber die zuständigen Behörden unverzüglich zu informieren. Die Ergebnisse der Überprüfung durch einen Sachverständigen müssen innerhalb von 4 Wochen gemeldet werden.

Probenahme

Zur Überwachung der Kühlwasserqualität müssen regelmässig Wasserproben von einem geschulten Probenehmer gezogen und von einem akkreditierten Labor analysiert werden.

  • Erstuntersuchung des Kühlsystem 4 Wochen nach (Wieder-)Inbetriebnahme
  • Regelmässige Untersuchungen von Verdunstungskühlanlagen alle 3 Monate

Die Untersuchungen sind im Betriebstagebuch zu dokumentieren.

Prüfwerte und Massnahmenwerte für die Konzentration von Legionellen im Nutzwasser

Legionellen-Konzentration [Legionella spp.] im Kühlwasser von Verdunstungskühlanlagen

Prüfwert 1Prüfwert 2
Massnahmewert
>100 KBE / 100 mL>1‘000 KBE / 100 mL>10‘000 KBE / 100 mL
1. Zusätzliche Untersuchung auf Legionellen1. Massnahmen wie bei Überschreitung von Prüfwert 11. Massnahmen wie bei Überschreitung von Prüfwert 2
2. Ursachenaufklärung, Massnahmen für ordnungsgemässen Betrieb2. Zusätzliche Sofortmassnahmen zur Verminderung der mikrobiellen Belastung2. Zusätzliche Differenzierung der nachgewiesenen Legionellen
3. Betriebsinterne Untersuchungen wöchentlich, Laboruntersuchungen monatlich3. Zusätzliche Gefahrenabwehrmassnahmen, insbesondere Aerosolvermeidung

Gefährdungsbeurteilung

Vor der (Wieder-)Inbetriebnahme  muss für die Verdunstungskühlanlage eine Gefährdungsbeurteilung unter Beteiligung einer hygienisch fachkundigen Person (VDI 2047 Blatt 2 und VDI 6022) erstellt werden.

Die Gefährdungsbeurteilung soll anlagenspezifische, für die Hygiene kritische Stellen und Betriebszustände eliminieren.

Instandhaltungen

Das Kühlsystems muss regelmäßig instand gesetzt werden. Der Betreiber der Anlage muss dabei die Zugänglichkeit des Kühlsystems für Reinigung und Probenahme, sowie einer Möglichkeit zur Dosierung von Bioziden beachten.

Detaillierte Massnahmen zur Wartung des Kühlsystems sind in der VDI-Kühlturmregel (VDI 2047 Blatt 2) beschrieben.

Überwachung der Kühlwasserqualität

Zur Überwachung der Kühlwasserqualität müssen regelmässig Wasserproben untersucht werden.

  • Der Betreiber hat zur Sicherstellung der hygienischen Beschaffenheit des Nutzwassers regelmäßig mindestens 14-täglich betriebsinterne Überprüfungen chemischer, physikalischer oder mikrobiologischer Kenngrößen des Nutzwassers durchzuführen.
  • Zur Überprüfung der Einhaltung des Referenzwertes regelmäßig mindestens alle drei Monate Laboruntersuchungen des Nutzwassers auf den Parameter allgemeine Koloniezahl durchführen zu lassen.
  • Der Betreiber hat regelmäßig mindestens alle drei Monate Laboruntersuchungen des Nutzwassers auf den Parameter Legionellen durchführen zu lassen. Eine Erstuntersuchung wird bereits 4 Wochen nach (Wieder-)Inbetriebnahme des Kühlsystems verlangt.

Sachverständigenüberwachung

Nach der Inbetriebnahme und in der Folge regelmässig alle fünf Jahre muss von einem Sachverständigen eine Überprüfung des ordnungsgemässen Anlagenbetriebs durchgeführt werden. Für bestehende Anlagen ist eine gestaffelte Überprüfung der Anlagen vorgeschrieben.

Die 42. BImSchV führt für mehr als 30.000 Anlagen in Deutschland erstmals umfangreiche Anzeige-, Betriebs- und Überwachungspflichten ein.

  • Anzeigepflicht der Betreiber bei Neuerrichtung von Verdunstungskühlanlagen vor Baubeginn
  • Anzeigepflicht von bestehenden Verdunstungskühlanlagen/ mit namentlicher Benennung von Verantwortungsträgern
  • Anforderungen zur Fachkunde und Verpflichtung zur regelmäßigen Schulung von verantwortlichen Personen bei Betreibern
  • Verpflichtung der Betreiber zur regelmäßigen Überprüfung, Reinigung und Wartung der Rückkühlwerke
  • Verpflichtung der Betreiber, die Anlage in definierten Zeitabständen durch anerkannte Sachverständige überprüfen zu lassen
  • bei Auftreten von Mängel die Übersendung der Berichte an die entsprechende Behörde
  • hohe Betreiberverantwortung
  • hohe Dokumentationspflicht

Die Verordnung sieht 14-tägig betriebsinterne Prüfungen sowie alle drei Monate externe Laboruntersuchungen vor. Bei Überschreiten abgestufter Werte (100, 1.000 oder 10.000 KBE je 100ml) sind Betreiber zu Gegenmaßnahmen verpflichtet. Alle fünf Jahre muss eine Sachverständigenprüfung durchgeführt werden. Zudem werden mit der Verordnung weitere Betreiberpflichten wie Anzeige, Betriebstagebuch und Fachkunde verpflichtend.

Im Bundesratsarchiv ist der Verordnungstext abrufbar.

Unsere Leistungen

Mikrobiologische Untersuchungen

  • pH-Wert
  • elektrische Leitfähigkeit
  • Gesamthärte (Summe Erdalkalien)
  • Chlorid
  • Sulfat
  • Konzentration des Konditionierungsmittels
  • Gesamtkoloniezahl
  • weitere bei Bedarf

Karsten Enz Wassertechnik nimmt u. a. die Gefährdungsbeurteilung gemäß VID 2047-2 Kühlturm Richtlinie vor.

Gefährdungsbeurteilung

  • Anlagenschema
  • technische Daten
  • eingesetzte Werkstoffe
  • Behandlungsprogramme
  • Betriebsweise
  • Reinigungs- & Instandhaltungsintervalle
  • Wasserbeschaffenheit
  • Bewertung des Aufstellortes
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